Räte in Württemberg und Hohenzollern 1918-1919

Der Arbeitskreis Stadtgeschichte Metzingen (AKS) lädt am Donnerstag, 28. April, um 19 Uhr im Kulturforum Metzingen zu einem Vortrag ein. Referent ist der Historiker Lukas Schultze-Melling, der die Ergebnisse seiner Masterarbeit zum kleinstädtischen und dörflichen Rätewesen in Württemberg und Hohenzollern vorstellen wird. Schultze-Melling wird in seinem Vortrag vor allem auf den Metzinger Arbeiterrat eingehen.

Über die Novemberrevolution von 1918/1919 sind vor allem die Ereignisse auf Reichsebene bekannt, wie etwa der Aufstand der Kieler Matrosen, die Abdankung des Kaisers und des württembergischen Königs sowie die Ausrufung der Republik am 9. November. Die junge deutsche Republik erlebte in ihren ersten Jahren unruhige Zeiten. Im Januar 1919 wurde der sogenannte Spartakusaufstand niedergeschlagen, die Arbeiterführer Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden ermordet, in München scheiterte die Räterepublik. Gleichzeitig bedrohte rechte Gewalt die Existenz der Demokratie, prominente Politiker der Republik, wie Matthias Erzberger und Walter Rathenau, fielen diesem Terror zum Opfer.

Wenig bekannt ist, wie die Revolution in den Kleinstädten in Württemberg und Hohenzollern verlief, wie etwa in Metzingen. Der Referent wird dabei unter anderem der Frage nachgehen, welche Rolle die Räte in der Umbruchphase überhaupt spielten, und ob es ihnen gelang, echte politische Macht zu erringen. Außerdem wird im Vortrag beleuchtet, welche Personen in den Räten vertreten waren und welche Zukunfts- und Gesellschaftsvorstellungen bei der Gründung der Räte dominierten. 

Lukas Schultze-Melling (29) studierte im Bachelorstudium Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Freiburg. Sein Masterstudium absolvierte er in Tübingen.