{"id":363,"date":"2012-10-24T22:21:16","date_gmt":"2012-10-24T20:21:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.aks-metzingen.eu\/aks\/?p=363"},"modified":"2015-03-11T20:56:20","modified_gmt":"2015-03-11T19:56:20","slug":"exkursion-nach-freudenstadt-und-alpirsbach-am-8-september-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.aks-metzingen.eu\/aks\/exkursion-nach-freudenstadt-und-alpirsbach-am-8-september-2012\/","title":{"rendered":"Exkursion nach Freudenstadt und Alpirsbach am 8. September 2012"},"content":{"rendered":"<p>Zwei ganz unterschiedliche Schwarzwaldorte waren das Ziel der 45 Interessierten an diesem sonnigen Sp\u00e4tsommertag: das erst Ende des 16. Jahrhundert gegr\u00fcndete Freudenstadt und das mittelalterliche Alpirsbach.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-365\" src=\"http:\/\/www.aks-metzingen.eu\/aks\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20120908_36683-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-366\" src=\"http:\/\/www.aks-metzingen.eu\/aks\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20120908_36760-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Freudenstadt<\/strong> ist die \u00e4lteste regelm\u00e4\u00dfige Stadtanlage n\u00f6rdlich der Alpen im Stil der Sp\u00e4trenaissance. Ihr Baumeister war Heinrich Schickhardt, der Bauherr Herzog Friedrich I. von W\u00fcrttemberg. Er gr\u00fcndete die Stadt im Jahr 1599, um den Silberbergbau im benachbarten St. Christophstal zu f\u00f6rdern. Auf einer H\u00f6henlage von rund 700 m entstand\u00a0 eine Planstadt, die beim Tode Friedrichs im Jahre 1608 schon 2.000 Einwohner z\u00e4hlte. Das im Zentrum geplante m\u00e4chtige Schloss wurde nie gebaut, dadurch entstand Deutschlands gr\u00f6\u00dfter Marktplatz. Der fast quadratische Platz mit 219 m x 216 m Seitenl\u00e4nge ist 4,74 Hektar gro\u00df.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.aks-metzingen.eu\/aks\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20120908_36684.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-373\" title=\"Stadtplan von Freudenstadt\" src=\"http:\/\/www.aks-metzingen.eu\/aks\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20120908_36684-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p>Drei m\u00fchlbrettartige H\u00e4userzeilen umgeben ihn, die innerste mit Arkaden. Die Evangelische Stadtkirche von Heinrich Schickhardt wurde von 1601 bis 1614 erbaut, 1945 bis auf Teile der Umfassungsmauern zerst\u00f6rt. Der Winkelhakenbau \u2013 zwei Schiffe von gleicher Gr\u00f6\u00dfe sto\u00dfen rechtwinklig zusammen \u2013\u00a0 mit seinen zwei m\u00e4chtigen T\u00fcrmen ist als ein Eckst\u00fcck des Marktplatzes neben diesem das Wahrzeichen der Stadt. Im Jahr der Grundsteinlegung der Kirche erhielt die Stadt den Namen \u201eFreudenstadt\u201c. Sie nahm bald evangelische Glaubensfl\u00fcchtlinge aus der Steiermark, K\u00e4rnten und Krain auf.<\/p>\n<p>In den folgenden Jahrhunderten musste die Stadt wie andere Orte Pestwellen, Gro\u00dfbr\u00e4nde und Pl\u00fcnderungen, Kriegs- und Hungerjahre erleiden. Ein besonders einschneidendes Ereignis war f\u00fcr sie, die 1939 \u201eHeilklimatischer Kurort\u201c geworden war, die fast v\u00f6llige Zerst\u00f6rung durch franz\u00f6sische Artillerie im April 1945. In den ersten Tagen der Besatzung gab es schwerste \u00dcbergriffe auf die Bev\u00f6lkerung in Form von Pl\u00fcnderungen und Vergewaltigungen. Der Wiederaufbau in den Jahren 1949 bis 1954 wird heute als das Wunder von Freudenstadt bezeichnet, denn er erfolgte in Anlehnung an die alten Pl\u00e4ne. Heute hat die Stadt knapp 24.000 Einwohner.<\/p>\n<p>Nach einem kurzen Bummel \u00fcber den Marktplatz besichtigte die Gruppe die Stadtkirche. Diese ist von verschiedenen Stilelementen gepr\u00e4gt: sie hat mittelalterliche gotische Fenster neben Renaissancepforten und ihre T\u00fcrme sind mit welschen Hauben und mittelalterlichen Wasserspeiern geschm\u00fcckt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.aks-metzingen.eu\/aks\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20120908_36676.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-375\" title=\"Stadtkirche\" src=\"http:\/\/www.aks-metzingen.eu\/aks\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20120908_36676-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.aks-metzingen.eu\/aks\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20120908_36676-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.aks-metzingen.eu\/aks\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20120908_36676-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/www.aks-metzingen.eu\/aks\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20120908_36676-450x300.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>\u201eSchickhardt hatte den Auftrag, keine reine Renaissancekirche zu bauen, sondern die mittelalterliche Geschichte des Hauses W\u00fcrttemberg in die neue Renaissancestadt zu tragen\u201c, so erkl\u00e4rt das Faltblatt \u201eStadtrundgang\u201c den Stilmix. Die Kirche bietet heute \u2013 nach der Zerst\u00f6rung \u2013 ein schlichtes Bild. Zwar wurde die Decke mit ihrem Netzgew\u00f6lbe wieder hergestellt, aber die fr\u00fcheren w\u00fcrttembergischen Wappen wurden durch christliche Symbole ersetzt. Ein herausragendes St\u00fcck ist das romanische Lesepult von 1150, das vermutlich aus dem Kloster Alpirsbach oder Hirsau stammt. Es symbolisiert mit seinen vier Evangelisten den christlichen Auftrag, das Wort Gottes in alle vier Himmelsrichtungen zu verk\u00fcnden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.aks-metzingen.eu\/aks\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20120908_36712.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-377\" title=\"Lesepult von 1150\" src=\"http:\/\/www.aks-metzingen.eu\/aks\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20120908_36712-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.aks-metzingen.eu\/aks\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20120908_36712-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.aks-metzingen.eu\/aks\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20120908_36712-682x1024.jpg 682w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Beeindruckend ist auch der steinerne Taufstein von 1100, dessen Figuren den Kampf zwischen D\u00e4monen und Lichtm\u00e4chten darstellen. Er ruht auf liegenden L\u00f6wen. Das Kruzifix von 1500 ber\u00fchrt durch das ergreifende Christusantlitz.<\/p>\n<p>Nach der Mittagspause im Hotel Langenwaldsee stand <strong>Alpirsbach<\/strong> auf dem Programm. Die hochragende, ehemalige Klosterkirche St. Benediktus mit ihrer gro\u00dfartigen Raumwirkung ist eine der wenigen fast unversehrt gebliebenen Bauten der von der cluniazensischen Reform gepr\u00e4gten <a href=\"http:\/\/www.aks-metzingen.eu\/aks\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20120908_367601.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-378 alignright\" title=\"Klosterkirche Alpirsbach\" src=\"http:\/\/www.aks-metzingen.eu\/aks\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20120908_367601-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.aks-metzingen.eu\/aks\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20120908_367601-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.aks-metzingen.eu\/aks\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20120908_367601-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/www.aks-metzingen.eu\/aks\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20120908_367601-450x300.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Hirsauer Kunst. Sie ist eine der best erhaltenen Flachdeckbasiliken. Drei Adlige stifteten 1095 das Benediktinerkloster. Die ersten M\u00f6nche kamen aus St. Blasien. Die Klosterkirche wurde 1128 geweiht. Sie zeigt einen klaren Grundriss ohne Westchor, hat keine Krypta und weist wenig plastischen Schmuck auf. Das Kirchenschiff\u00a0 imponiert in seiner archaisierenden Form durch seine H\u00f6he und Klarheit. Das Tympanon des Hauptportals beherrscht Jesus Christus als Majestas Domini auf dem Regenbogen in der Mandorla, diese wird von zwei Engeln getragen. <a href=\"http:\/\/www.aks-metzingen.eu\/aks\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20120908_36793.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-380 alignright\" title=\"Marienaltar\" src=\"http:\/\/www.aks-metzingen.eu\/aks\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20120908_36793-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.aks-metzingen.eu\/aks\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20120908_36793-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.aks-metzingen.eu\/aks\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20120908_36793-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/www.aks-metzingen.eu\/aks\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20120908_36793-450x300.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Im Innern imponieren neben dem gro\u00dfartigen Raumeindruck der Marienaltar des Ulmers Nikolaus Weckmann aus dem fr\u00fchen 16. Jahrhundert und seit 2008 die von Claudius Winterhalter gebaute Orgel. <a href=\"http:\/\/www.aks-metzingen.eu\/aks\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20120908_36795.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-381 alignleft\" title=\"Orgel von Claudius Winterhalter\" src=\"http:\/\/www.aks-metzingen.eu\/aks\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20120908_36795-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.aks-metzingen.eu\/aks\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20120908_36795-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.aks-metzingen.eu\/aks\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/20120908_36795-682x1024.jpg 682w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a>Diese wurde gestalterisch als \u201eskulpturhafte Klangs\u00e4ule\u201c konzipiert; sie besitzt 35 Register, ist elf Meter hoch, hat eine Grundfl\u00e4che von 4 x 4 Metern und wiegt 16 Tonnen. Die Orgel steht im S\u00fcdfl\u00fcgel der Vierung, von dort kann sie auf einem Luftkissen in deren Mitte gefahren und bis zu 90\u00b0 gedreht werden. Die einst\u00fcndige Vorf\u00fchrung der Orgel durch Kantor Ulrich Weissert war ein besonderes Erlebnis.<\/p>\n<p>1522 verlie\u00df Ambrosius Blarer das Kloster und begann 1535 mit der Reformation. Das Kloster wurde im gleichen Jahr durch Herzog Ulrich aufgehoben. Um 1563 wurde ein Klosteramt zur Verwaltung des Kirchenguts mit einem evangelischen Abt an der Spitze gebildet (bis 1810). Eine F\u00fchrung durch die noch vorhandenen Konventsbauten: Dormitorium mit Zellen, Kreuzgang, S\u00fcdempore und der Besuch des Klostermuseums vermittelten einen Eindruck vom mittelalterlichen Klosterleben und der evangelischen Zeit bis zur S\u00e4kularisation.<\/p>\n<p>Die Exkursion wurde von Eberhard Zacher inhaltlich vorbereitet. Er informierte kenntnisreich und umfassend \u00fcber beide Reiseziele. Rudolf Renz unterst\u00fctzte ihn bei der Planung.<\/p>\n<p><a title=\"Bilderalbum\" href=\"http:\/\/www.aks-metzingen.eu\/aks\/albums\/AKS-Exkursion_nach_Freudenstadt_und_Alpirsbach\/album\" target=\"_blank\">Bildergalerie<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei ganz unterschiedliche Schwarzwaldorte waren das Ziel der 45 Interessierten an diesem sonnigen Sp\u00e4tsommertag: das erst Ende des 16. 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